Die Pfarrkirche Pram

Die auffälligste Sehenswürdigkeit Prams ist die Pfarrkirche. Die Pfarre wurde um 900 gegründet. Über ein Gotteshaus aus dieser Zeit sind keine Unterlagen vorhanden.

Die gotische Grundstruktur dürfte zwischen 1200 und 1500 errichtet worden sein, da seit dieser Zeit nur Umbauten durchgeführt wurden. 1727 wurden durch den Passauer Dombaumeister Jakob Pawanger erhebliche Baumängel an dem Gotteshaus festgestellt.

Die anschließenden Umbauten an der Kirche wurden von ihm geleitet. 1728 erhielt der Turm seine heutige Form. Die Tatsache, dass zur Sanierung des Turmes 30.000 Ziegel benötigt wurden, lässt das Ausmaß der Schäden erahnen. Die einsturzgefährdenden Gewölbe des Mittelschiffes und des Presbyteriums wurden in dieser Zeit neu errichtet. 1901 fand der letzte große Umbau der Pfarrkirche statt. Am 24. September 1902 fand die feierliche Benediktion der Kirche statt.

Zum Wertvollsten und Schönsten im Gotteshaus gehört der Frauen- oder Marienaltar. Er entstand zwischen 1710 und 1720 und wird Johann Franz Schwanthaler zugeschrieben. Sämtliche Figuren sind von sehr hoher Qualität.


Pfarrkirche Pram

Die Pramer Krippe
von Johann Peter Schwanthaler, 1777


Die Pramer Krippe von Johann Peter Schwanthaler 1777

Die siebenteilige Rokokokrippe in Pram datiert aus dem Jahr 1777 mit ihren nahezu 50 Haupt- und 50 Nebenfiguren und wird Johann Peter Schwanthaler dem Älteren zugeschrieben. Die Krippe gilt zu Recht als eine der schönsten Krippen ihrer Art. Die 25 bis 30 cm hohen Figuren zeigen die Anbetung der Hirten, die Anbetung der Könige, die Beschneidung, Flucht nach Ägypten, den bethlehemitischen Kindermord, die Hochzeit zu Kana und eine Musikantengruppe.


Die Krippe wird im Pfarrheim aufbewahrt und kann gegen Voranmeldung besichtigt werden.


Sankt Nikola


Die Filialkirche zum Heiligen Nikolaus stammt aus dem 12./13. Jahrhundert und wurde ursprünglich im gotischen Stil errichtet. Bedingt durch ihre Lage - genau an der ehemaligen Grenze zwischen Österreich und Bayern - hat die Kirche eine sehr wechselvolle und teils bewegte Geschichte.

In den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs hatte Kaiser Ferdinand II. das Land ob der Enns 1620 seinem Verbündeten Maximilian I. von Bayern als Kriegsentschädigung verpfändet. Als dieser am 3. Juli 1620 mit seinen Truppen einmarschierte, widersetzten sich die Bauern und läuteten mit den Glocken von St. Nikola Sturm. Daraufhin zerstörten die bayerischen Truppen - neben 118 anderen Gebäuden - die Kirche zur Gänze, nur die Grundmauern blieben stehen.

1973 wurde ein Arbeitsausschuss gegründet, der die Restaurierung des Kirchleins übernahm. Wieder übernahm die Bevölkerung einen wesentlichen Teil und bis 1979 wurde St. Nikola von Grund auf saniert. Die Kosten beliefen sich auf 1,2 Millionen Schilling.

Die Kirche ist einschiffig und dreijochig, das Joch gegen Westen hin ist verbreitert. Der Hochaltar wurde um 1700 geschaffen, das Altarbild des Heiligen Nikolaus aus dem Jahr 1862 stammt von Franz Straußenberger aus Ried im Innkreis. Das Altarbild säumen der Heilige Wolfgang und Maria Magdalena mit dem Heiligen Severin. Am Aufsatz sind Johannes der Täufer und Johannes der Evangelist dargestellt, an den beiden Seitentüren Petrus und Paulus.

Vor der Kirche befindet sich ein mächtiger Block aus Quarzitkonglomerat - hier „Wildlingstein" oder „Limberiga Wüdling" (vom Limberg abgeleitet) genannt. Es ist überliefert, dass der Stein früher als Augenbründl diente.





Filialkirche Sankt Nikola